Augenlaserkorrektur


Die Augenlaserkorrektur bezeichnet eine Laseroperation am Auge, um Fehlsichtigkeiten zu beheben und dem Betroffenen im Idealfall ein Leben ohne Sehhilfe zu ermöglichen.

Sehr viele Menschen sind von einer Fehlsichtigkeit der Augen betroffen und leiden an Kurzsichtigkeit, Weitsichtigkeit oder einer Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit). In der Regel wird die Fehlsichtigkeit, die sich durch unscharfes Sehen auf bestimmte Entfernungen äußert, durch Sehhilfen wie eine Brille oder Kontaktlinsen ausgeglichen. Diese Sehhilfen haben Vor- und Nachteile – beschlagene oder verdreckte Brillengläser kennt jeder Brillenträger, dafür können Kontaktlinsen zu Reizungen des Auges, Infektionen, oder Problemen beim Einsetzen oder Entfernen führen.

Seit Ende des 20. Jahrhunderts werden in der Augenheilkunde erfolgreich Laserverfahren eingesetzt, um die Brechkraft der Hornhaut auf den jeweiligen Sehfehler anzupassen. Für viele Betroffenen ist eine Augenlaserkorrektur attraktiv, um nicht mehr auf Sehhilfen angewiesen zu sein.

Hintergrund

Die Hornhaut ist die „Windschutzscheibe“ des Auges. Sie schützt das Augeninnere und sorgt durch ihre Lichtdurchlässigkeit für klare Sicht. Außerdem trägt sie wesentlich zum scharfen Sehen bei. Sie bündelt das eintreffende Licht und wirft es auf die Augenlinse. Diese wiederum passt das gebündelte Licht auf die Entfernung an und projiziert das Bild auf einen bestimmten Punkt im Augenhintergrund. Beim gesunden Auge trifft das Licht dadurch in voller Schärfe auf die Netzhaut.

Ist der Augapfel zu lang, entsteht das scharfe Bild noch vor der Netzhaut und bei einem zu kurzen Augapfel liegt der Punkt der optimalen Sehschärfe hinter der Netzhaut. In beiden Fällen trifft ein unscharfes Bild auf der Netzhaut ein. Ein zu langer oder zu kurzer Augapfel ist der häufigste Grund für Kurz- und Weitsichtigkeit, seltener liegt eine zu hohe oder zu niedrige Brechkraft des Auges vor.

Fehlsichtigkeiten: Kurz- und Weitsichtigkeit
Fehlsichtigkeiten aufgrund eines verlängerten bzw. verkürzten Augapfels

Zwar lässt sich die Größe des Augapfels nicht ändern, doch das Laserverfahren zur Augenkorrektur ermöglicht die Veränderung der Hornhautbeschaffenheit. Die natürliche Wölbung kann durch gezieltes Abtragen von Hornhautbindegewebe so angepasst werden, dass durch die veränderte Lichtbrechung der Fokuspunkt wieder auf die Netzhaut fokussiert wird.

Auf diese Weise kann die Fehlsichtigkeit ausgeglichen werden und der Betroffene ist nach dem Eingriff nicht mehr auf eine Sehhilfe angewiesen. Da diese Operation jedoch nicht medizinisch notwendig ist, übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen und einige private Kassen die Kosten für eine Laseroperation in der Regel nicht. Sie müssen also selbst bezahlen.

Arztsuche

Voruntersuchungen

Je nach angewandtem Verfahren, Aufwand und Klinik sind die Kosten unterschiedlich hoch und können nicht pauschal angegeben werden. Sie müssen mit Kosten von etwa 2500 bis rund 3.000 € pro Auge rechnen – Voruntersuchungen und Nachkontrollen sind hier bereits inbegriffen.

Ihr erster Gang sollte Sie zu einem Augenspezialisten führen, der Sie über die unterschiedlichen verfügbaren Verfahren und deren Kosten unterrichtet. Nach einer genauen Untersuchung Ihrer Augen wird er Ihnen ein Verfahren empfehlen und Ihnen einen Preis nennen können.

Für die Augenlaserkorrektur gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten. Sie alle haben verschiedene Vor- und Nachteile und unterscheiden sich in den Kosten.

Voraussetzung für eine Augenkorrektur mittels Laser ist, dass sich die Sehstärke der Augen ein Jahr lang nicht verändert hat. Auch dürfen Sie nicht an einer Augenerkrankung wie z.B. Grauem oder Grünem Star leiden.

Übersicht über die Laserverfahren bei einer Augenlaserkorrektur

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Darstellung der verschiedenen Hornhautschichten

PRK-Methode zur Augenlaserkorrektur

Die PRK (Photorefraktive Keratektomie) ist das älteste Laserverfahren zur Augenkorrektur und kommt seit 1987 zum Einsatz. Ursprünglich wurden alle Laserverfahren unter dem Sammelbegriff PRK zusammengeführt, doch heute bezeichnet der Begriff nur ein bestimmtes Verfahren, das nachfolgend beschrieben werden soll.

Nach der Betäubung des Augapfels mittels Augentropfen poliert der Operateur die oberste Schicht der Hornhaut ganz herunter. Mit einem Excimer-Laser verändert er nun die ursprüngliche Form der Hornhaut. Das angrenzende Gewebe wird dadurch nicht berührt, die Behandlung dauert nur wenige Minuten.

Die entfernte oberste Schicht der Hornhaut muss nachwachsen, deswegen ist die Sehschärfe bei dieser Form der Augenlaserkorrektur vorläufig noch etwa 5 Tage lang eingeschränkt. Natürlich sollten Sie das Auge vorsichtig behandeln, Nachtfahrten mit dem Auto sollten 3 Monate vermieden werden und eine Sonnenbrille zum Schutz vor UV-Strahlen sollten Sie ebenfalls tragen. Die Kosten belaufen sich pro Auge auf mindestens rund 1000 €.

Augenlaserkorrektur mittels LASEK

Dieses Verfahren zur Augenlaserkorrektur ist ebenfalls weit verbreitet. Es entscheidet sich nur geringfügig von der PRK.

Die LASEK verläuft ähnlich der PRK, nur, dass die oberste Deckschicht der Hornhaut mit einer Alkohollösung angelöst und beiseitegeschoben wird. Nach dem Laserabtrag an den unteren Hornhautschichten muss das Häutchen ebenfalls von selbst wieder nachwachsen.

Nach der Operation benötigen Sie einen Verband, der dem Schutz des Auges dient. Für 3 bis 4 Tage sollten Sie zum Schutz des Auges eine Kontaktlinse einsetzen. Diese Korrektur der Augen verursacht Kosten von 1.600,00 bis 2.000,00 Euro.

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Excimer-Laser beim PRK-Verfahren

Augenlaserkorrektur mittels LASIK

Die Lasik-Methode (Laser-in-situ-Keratomileusis) wird am häufigsten zur Augenlaserkorrektur eingesetzt. Es handelt sich um eine Verbesserung bzw. Weiterentwicklung der älteren PRK bzw. LASEK-Verfahren.

LASIK wird seit 1990 angewandt und ermöglicht eine Verbesserung von Kurzsichtigkeiten bis zu maximal 10.0 Dioptrien und Weitsichtigkeiten bis zu max. 4 dpt.

Das Auge wird vor dem Eingriff mit Tropfen betäubt. Mithilfe eines Präzisionsmessers schneidet der Operateur die oberste Schicht der Hornhaut kreisförmig ein und klappt diesen sogenannten Flap (engl. für Klappe) zur Seite. Statt eines Messers kann auch ein Femto-Laser angewendet werden, der den Schnitt präziser setzt.

Anschließend wird wie bei der oben beschriebenen PRK mit einem Excimer-Laser das zu entfernende Gewebe abgetragen und die Wölbung der Hornhaut angepasst. Danach klappt der Chirurg den Flap zum Schutz wieder an Ort und Stelle zurück.

Dieser Eingriff dauert nur etwa 10 Minuten pro Auge und ist normalerweise völlig schmerzfrei. Auch der Heilungsprozess verläuft sehr schnell und komplikationsarm. Den Behandlungserfolg werden Sie schon bald spüren, noch am gleichen Tag können Sie schon ohne Brille sehen. Bis zum Erreichen der vollen Sehkraft dauert es aber häufig noch ein wenig länger.

Vermeiden Sie in den ersten Tagen, Ihre Augen zu reiben. Da das Auge sehr lichtempfindlich ist, ist von Nachtfahrten mit dem Auto in diesen Tagen abzuraten. Wenn die Fehlsichtigkeit nicht ganz behoben ist, wird das unzureichende Resultat während der Nachbehandlung schnell behandelt.

Eine Behandlung kostet 795,00 Euro bis zu 2.000,00 Euro pro Auge. Ein fester Preis kann erst nach einer konkreten Untersuchung genannt werden. Meist sind das Beratungsgespräch und die Voruntersuchung entweder im Preis enthalten oder zusätzlich zu zahlen – auf diese Weise können sich große Preisschwankungen ergeben. Auf jeden Fall sollten Sie sich umfassend beraten lassen, bevor Sie sich für eine Anpassung Ihrer Augen mit dem LASIK-Verfahren entscheiden.

Arztsuche

ReLEx smile – das modernste Verfahren

ReLEx smile (Refractive Lenticule Extraktion – Small Incision Lenticule Extraction) ist die modernste, sicherste und schonendste Möglichkeit zur Korrektur von Fehlsichtigkeiten. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwicklung der Femto-LASIK, die seit etwa zehn Jahren eingesetzt wird.

Bei dieser Methode entfällt die Notwendigkeit, einen Flap einzuschneiden. Der Eingriff erfolgt durch einen 3mm kleinen Einschnitt, der mit einem Femtolaser gesetzt wird.

Fazit zur Augenlaserkorrektur

Welches der verschiedenen Laserverfahren für Sie in Frage kommt, kann der Augenfacharzt erst nach einer genaueren Untersuchung empfehlen. Zahlreiche individuelle Faktoren am Sehapparat spielen hierbei eine Rolle und können die Wahl für ein bestimmtes Verfahren beeinflussen.

Alle verfügbaren Verfahren korrigieren allerdings die weit verbreiteten Fehlsichtigkeiten und sorgen dafür, dass Sie nicht mehr auf eine Sehhilfe angewiesen sind.

Medizinischer Berater: Professor Siegfried Priglinger