Basale Iridektomie


Die basale Iridektomie bezeichnet einen operativen Eingriff zum Ausgleich des Augeninnendrucks. Das Verfahren kommt beispielsweise bei Diagnose eines Grünen Stars (Glaukom) zum Einsatz, um einem akuten Glaukomanfall vorzubeugen. Es handelt sich damit um eine Form der operativen Behandlung des Grünen Stars.

Im Rahmen einer basalen Iridektomie erstellt der Chirurg ein kleines Loch in die Regenbogenhaut (Iris) des Auges, wodurch der vorderen und hinteren Augenkammer der Austausch von Kammerflüssigkeit möglich ist. Dadurch kann sich die vordere Augenkammer wieder vertiefen und den Kammerwasserabfluss freigeben. Der Augeninnendruck reguliert sich automatisch und der Druck auf den empfindlichen Sehnerv im hinteren Augenbereich lässt nach.

Schema des Auges
Der Aufbau des menschlichen Auges

Hintergrund: Augeninnendruck

Der Augeninnendruck ist nötig, um die äußere Form des Auges und die Abstände zwischen Hornhaut, Linse und Netzhaut zu erhalten. Der Druck kommt durch Kammerwasser im Auge zustande. Diese Flüssigkeit wird in der hinteren Augenkammer (zwischen Linse und Glaskörper) produziert und gelangt über einen kleinen Zwischenraum zwischen Iris und Augenlinse in die vordere Augenkammer. Dabei umspült es die Augenlinse und versorgt sie mit Nährstoffen. Über den Schlemm-Kanal in der vorderen Augenkammer wird das Kammerwasser schließlich aus dem Auge abgeleitet.

Die Produktion von Kammerwasser erhöht den Augeninnendruck, der Abfluss von Kammerwasser senkt den Augeninnendruck. Normalerweise reguliert sich der Augeninnendruck dadurch selbstständig. Wird mehr Kammerwasser produziert, als abgeführt wird, erhöht sich der Augeninnendruck stetig und die natürliche Regulierung wird außer Kraft gesetzt, beispielsweise durch:

  • Überproduktion von Kammerwasser: Es wird zu viel Kammerwasser produziert, um es abführen zu können
  • zu geringe Abflussleistung:
    • Die Kammerwasserzirkulation zur vorderen Augenkammer ist gestört, so dass sich das Kammerwasser in der hinteren Augenkammer sammelt – in diesem Fall hilft die Iridektomie / Iridotomie
    • Die Abflusskanäle führen zu wenig Flüssigkeit ab

Ein zu hoher Augeninnendruck kann zur Schädigung des Sehnervs an der Netzhaut führen und so die Sehleistung nachhaltig reduzieren (siehe Grüner Star).

Ursprünge und Entwicklung der basalen Iridektomie

Eine Iridektomie ist dann indiziert, wenn aus medizinischer Sicht ein Zugang zur hinteren Augenkammer nötig ist. Das ist etwa dann der Fall, wenn sich in der hinteren Kammer zu viel Flüssigkeit sammelt und dadurch der Augeninnendruck zu hoch wird oder alarmierend ansteigt.

Das Wort Iridektomie leitet sich aus dem Griechischen ab und bezeichnet etwa „Ausschneiden der Iris“. Erste derartige Verfahren wurden im 19. Jahrhundert erprobt. Dabei setzte der Arzt mit einem Stich- oder Schnittwerkzeug einen etwa 4 bis 6 Millimeter langen Einschnitt oder Einstich an den Rand der Hornhaut. Über diese Öffnung führte er eine kleine Pinzette in die vordere Augenkammer ein, fasste die Iris am Rand der Pupille und zog sie dann regelrecht aus der Öffnung. Anschließend wurde sie mit einer Schere abgetrennt. Dabei kam es häuft zu schweren Augenverletzungen oder Vernarbungen auf der Regenbogenhaut, die dem Betroffenen im Anschluss die Sicht erschwerten.

Heute kann bei diesem Eingriff auch ein Laser zur Anwendung kommen (Laser-Iridotomie). Dafür muss das Auge nicht eröffnet werden. Die Lasermethode ist inzwischen weiter verbreitet, da dieses Verfahren deutlich schonender ist. Die basale Iridektomie kommt eher in Ausnahmefällen zum Einsatz. Beispielsweise erfordert die Laser-Iridotomie eine klare Hornhaut. Ist die Hornhaut stark getrübt, ist daher die chirurgische Iridektomie notwendig. Manche Ärzte bevorzugen dieses Verfahren auch, da das chirurgisch geschaffene Loch in der Iris größer ist als das per Laser „geschossene“ Loch.

Arztsuche

Basale Iridektomie am Auge: Vorbereitung und Voruntersuchungen

Einer basalen Iridektomie gehen immer einige Untersuchungen voraus. Erst bei exakter Diagnose ordnet der Augenarzt eine bestimmte Therapie, wie etwa die basale Iridektomie, an. Je nach vorliegenden Symptomen ist eine Vermessung des Auges, eine Bestimmung der Dicke der Hornhaut (Pachymetrie) oder Hornhauttopographie notwendig sein.

Ergibt der Untersuchungsbefund, dass ein Zugang von der vorderen zur hinteren Augenkammer notwendig ist, ist eine basale Iridektomie oder Iridotomie angezeigt.

Der Augenarzt erklärt dem Patienten nun genau, welche Vorkehrungen im Vorfeld der Operation getroffen werden müssen. Der Patient muss sich unbedingt an diese Angaben halten. Mögliche Maßnahmen wären:

  • Eine bestimmte Zeitspanne vor dem Eingriff keine Kontaktlinsen mehr tragen
  • Die Einnahme bestimmter Medikamente mit dem Arzt absprechen und ggf. absetzen

Durchführung des Eingriffs

Die basale Iridektomie ist ein risikoarmer, nur weniger Minuten dauernder chirurgischer Eingriff. Sie findet in der Regel ambulant im Operationssaal unter örtlicher Betäubung statt. Wünscht der Patient eine Vollnarkose, wird diese meistens nicht von der Krankenkasse bezahlt.

Der Patient legt sich auf den Rücken und wird abgedeckt und örtlich betäubt. Mithilfe eines Mikroskops setzt der Chirurg einen kleinen Schnitt in der Hornhaut und erhält so Zugang zur vorderen Augenkammer. Hier schneidet er einen kleinen, am Rande der Regenbogenhaut gelegenen Anteil der Iris heraus. Dadurch ist eine Verbindung zwischen den Augenkammern geschaffen und der Abfluss von Kammerwasser von der hinteren in die vordere Augenkammer ist wieder gewährleistet.

Iris des menschlichen Auges
Transparente Hornhaut, dahinter die Regenbogenhaut

Im Normalfall ist nach dem Eingriff keine weitere Behandlung notwendig. Die Öffnung in der Hornhaut heilt in der Regel innerhalb weniger Wochen von selbst und ohne Beschwerden und Schmerzen ab.

Arztsuche

Nach der basalen Iridektomie zu beachten

Wegen der Betäubung des Auges darf der Patient mindestens eine halbe Stunde nach der Operation seine Augen nicht reiben – durch das mangelnde Gefühl könnte er sonst schwere Augenverletzungen hervorrufen.

Wurde die Pupille medikamentös geweitet, darf der Patient einige Stunden nicht aktiv am Straßenverkehr teilnehmen. Seine Sehkraft könnte dadurch beeinflusst sein und das Auge kann sich nicht auf unterschiedliche Lichtverhältnisse einstellen. Es ist daher empfehlenswert, mit einem Begleiter zur Operation zu erscheinen – dieser kann dem Patienten im Anschluss an die Operation zur Hilfe gehen.

In den Tagen nach dem Eingriff sollte der Patient einige Regeln beachten:

  • Überlastung des Auges vermeiden: Wenig Sonnenlicht, kein Sport, wenig Arbeit und Entspannung am Bildschirm
  • Augen nicht reiben
  • Einnahme von Medikamenten, insbesondere Augentropfen, Augensalben und Schmerzmittel mit dem Arzt absprechen!

Risiken und Nebenwirkungen

Da der Eingriff den Augapfel öffnet, können sich in seltenen Fällen Komplikationen ergeben, wie etwa eine Endophtalmitis, eine Netzhautablösung oder Massenblutungen. Auch die Augenlinse kann verletzt werden.

Möglich sind auch leichte Entzündungen und ein leichtes Fremdkörpergefühl im Auge. Diese Nachwirkungen lassen allerdings meistens binnen weniger Tage nach dem Eingriff nach.

Insgesamt treten bei einer basalen Iridektomie Risiken und Nebenwirkungen jedoch relativ selten auf.