ReLEx Smile


Die Laseroperation am Auge zählt zu den häufigsten Eingriffen in der modernen Laserchirurgie. Immer mehr Menschen legen Wert darauf, auch ohne Brille und Kontaktlinsen gut zu sehen und unterziehen sich einer operativen Sehschärfekorrektur. Bislang kommt hierfür meist das LASIK-Verfahren zur Anwendung. Als sicherer gilt ReLEx smile, eine neue Laser-Methode zur operativen Behandlung von Kurzsichtigkeit (Myopie) oder Hornhautverkrümmung (Astigmatismus), bei welcher der Operateur durch einen winzigen Schnitt agiert.

Das Verfahren ist in Deutschland seit 2011 offiziell zugelassen und entwickelt sich seither zu einer Alternative zur etablierten Femto-LASIK.

Was verbirgt sich hinter ReLEx smile?

Bei der Smile-Technik handelt es sich um eine Schlüsselloch-Methode, mit der sich eine Kurzsichtigkeit von -2 bis -10 Dioptrien und eine Hornhautverkrümmung von bis zu 5 Dioptrien korrigieren lässt. Das Augenlasern per Smile-Operation gilt mittlerweile als sicherstes und schonendstes Verfahren in der Augenlaserbehandlung.

„ReLEx“ steht für Refractive Lenticule Extraktion, eine Methode, bei der die Sehschärfekorrektur durch Extraktion und Entnahme einer refraktiven Linse (Lentikel) innerhalb der intakten Hornhaut erfolgt. „Smile“ (Small Incision Lenticule Extraction) bedeutet, dass der Operateur den Lentikel minimalinvasiv durch eine nur zwei Millimeter große Öffnung entnimmt.

Erika EN russian ophthalmologist with VisuMax Zeiss for ReLEx smile
Augenkorrektur unter Einsatz eines Femto-Sekundenlasers

Entwickelt wurde dieses Verfahren von Prof. Dr. Marcus Blum und Prof. Dr. Walter Sekundo in enger Zusammenarbeit mit der in Jena ansässigen Carl Zeiss Meditec AG.

Wie funktioniert die Smile-Laser-Methode?

Bei der Smile-Methode schneidet der Chirurg zunächst eine dünne Linse (Lentikel) in die Hornhaut und entnimmt diese über einen minimal-invasiven Zugang (Cap). Die Hornhaut behält bei dieser Technik ihre natürliche Struktur und die Produktion des Tränenfilms bleibt nahezu unbeeinflusst.

Dank der sanften Herangehensweise eignet sich dieses Verfahren häufig sogar für Augen, bei denen die herkömmliche LASIK-Technik nicht infrage kommt, beispielsweise für Patienten mit sehr trockenen Augen.

Die Behandlung mit dem Smile-Laser findet ambulant unter örtlicher Betäubung statt. Sie dauert nur wenige Minuten und ist absolut schmerzfrei. In den ersten Stunden nach dem Eingriff kann das Auge tränen und jucken. Das Sehen ist oft noch verschwommen. Schon einen Tag später erreichen die Patienten ein annähernd normales Sehvermögen, das sich innerhalb der ersten Wochen häufig noch leicht verändert. Die endgültige Stabilität tritt nach vier bis sechs Wochen ein.

Arztsuche

Worin unterscheiden sich ReLEx smile und Femto-LASIK?

Bei der Femto-LASIK erfolgt die Korrektur der Fehlsichtigkeit, indem ein Excimerlaser Hornhautgewebe verdampft. Hierzu schneidet der Chirurg die oberste Hornhautschicht wie einen runden Deckel (Flap) auf und klappt sie zur Seite. Dieser Flap bringt diverse Risiken und Nebenwirkungen mit sich, zum Beispiel:

  • trockene Augen,
  • Fehlschnitte,
  • ein Fremdkörpergefühl oder
  • einen Flapabriss, bei dem der Flap nicht mehr anwächst.

Beim Smile-Verfahren ermöglicht der Femtosekundenlaser präzise, dreidimensionale Schnitte innerhalb der Hornhaut. Er löst ein genauestens berechnetes Hornhautscheibchen, das der Operateur über einen winzigen Zugang entfernt.

Vergleich LASIK und ReLex-SMILE
Vergleich der Schnittlänge von LASIK und ReLex smile

Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Um eine ReLEx-smile-Operation durchführen zu können, muss der Patient folgende Kriterien erfüllen:

  • Kurzsichtigkeit von -2 bis -10 Dioptrien
  • Hornhautverkrümmung von maximal 5 Dioptrien
  • keine zu dünne Hornhaut
  • keine starken Veränderungen der Fehlsichtigkeit innerhalb des letzten Jahres
  • es darf keine Schwangerschaft vorliegen

Das Mindestalter für den Eingriff beträgt 18 Jahre. Bei Grauem Star ist ReLEx smile nicht anwendbar.

Welche Vor- und Nachteile hat das ReLEx smile Verfahren?

Der wichtigste Vorzug beim ReLEx smile liegt darin, dass diese Methode vollständig auf einen Flap verzichtet und damit äußerst risikoarm ist. Die Rehabilitation verläuft sehr schnell, sodass die Patienten schon kurz nach der Operation in ihren gewohnten Alltag zurückkehren können. Duschen und leichte sportliche Aktivitäten sind schon eine halbe Stunde nach dem Eingriff erlaubt. Ausdauersport ist nach zwei Wochen wieder uneingeschränkt möglich, Schwimmen oder Sauna nach drei bis vier Wochen.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Vorteile:

  • sehr schonend, da minimaler Schnitt von nur circa 2 mm Länge
  • kein Flap (85 Prozent weniger Schnittfläche, keine flapbedingten Risiken wie Epithelzelleneinwuchs oder Flapabriss)
  • Tränenfluss bleibt intakt, daher auch für sehr trockene Augen geeignet
  • schmerzfrei
  • geräusch- und geruchloser Eingriff

Nach dem heutigen Stand ist ReLEx smile eine der sichersten Methoden zum Lasern der Augen. Bislang sind keine schwerwiegenden Komplikationen oder dauerhaften Nachteile bekannt. Das Verfahren ist allerdings noch sehr jung, sodass es noch keine Langzeit-Beobachtungen oder -studien gibt.

Das größte Problem von ReLEx smile liegt darin, dass es sich nur bei Kurzsichtigkeit und Hornhautverkrümmung einsetzen lässt. Patienten mit Weitsichtigkeit müssen auf ein anderes Verfahren ausweichen, da hierfür die Extraktion eines konkaven Lentikels erforderlich wäre. Auch für eine zu geringe Fehlsichtigkeit von weniger als -2 Dioptrien eignet sich diese Methode nicht, da der zu extrahierende Lentikel zu dünn wäre und bei der Entnahme reißen könnte.

Arztsuche

Welche Risiken bestehen bei der Smile-Methode?

Obwohl ReLEx smile als sehr schonend gilt, ist es wie alle medizinischen Eingriffe mit gewissen Risiken verbunden. So besteht ein minimales Risiko für Über- und Unterkorrekturen oder für die Rückbildung des Operationserfolges. Eine Nachbehandlung mit demselben Verfahren ist in diesen seltenen Fällen nicht möglich und muss somit über eine der herkömmlichen LASIK-Techniken mit Flap erfolgen.

Nachfolgende Komplikationen sind möglich:

  • Häufige Komplikation: Geringe Abrasionserscheinungen und Tränen im Bereich der Schnittstelle
  • Fremdkörpergefühl (legt sich kurz nach der Operation)
  • Bei vormals stark kurzsichtigen Personen schlechtere Sehrfähigkeit nachts und während der Dämmerung (vorrübergehen)

Komplikationen, die aus dem Abheben eines Flaps resultieren würden, (z. B. Empfindlichkeitsstörungen und Schmerzen) entfallen größtenteils.

Was kostet eine Smile-Laser-Operation?

Im Vergleich zum einfachen LASIK ist das Smile-Verfahren momentan noch sehr kostspielig. Während LASIK-Behandlungen ab 1.000 Euro kosten, sind für eine Operation mit ReLEx smile ab 2.000 Euro pro Auge zu zahlen. Damit ist diese Technik zu teuer für zahlungsschwache Patienten.

Allerdings ist es möglich, die Aufwendungen für den Eingriff von der Einkommenssteuer abzusetzen. Dadurch reduzieren sich die Gesamtkosten indirekt, wenn auch mit Verzögerung. Wer über eine private Brillen-Zusatzversicherung verfügt, sollte sich außerdem beim Anbieter erkundigen, ob dieser die Kosten für die Smile-Operation erstattet.